Gestern Abend wurde das Evangelische Stift zum Treffpunkt für Abenteuerlustige, Naturbegeisterte und neugierige Zuhörer: Mehr als 50 Gäste waren unserer Einladung zum Vortrag von Robin Kaltenbach gefolgt – und wurden mit einem inspirierenden Reisebericht belohnt. Unter dem Titel „Aus eigener Kraft – mit dem Handbike durch Osteuropa“ nahm der Umweltwissenschaftler sein Publikum mit auf eine außergewöhnliche Reise.
Ein halbes Jahr lang war Kaltenbach mit dem Handbike, Zelt und einer großen Portion Neugier unterwegs. Rund 3.500 Kilometer legte er aus eigener Kraft zurück – von Deutschland aus immer weiter Richtung Osten. Seine Route führte entlang der Donau durch Österreich und Ungarn, weiter durch Transsilvanien und die rumänischen Karpaten bis ins Donaudelta am Schwarzen Meer. Von dort ging es weiter nach Bulgarien und schließlich bis nach Griechenland.
Es waren nicht nur die landschaftlichen Höhepunkte, die seinen Weg säumten: Bunte Schmetterlinge, streunende Hunde und sogar Begegnungen mit Bären gehörten ebenso zu seinen Erlebnissen wie die große Gastfreundschaft der Menschen und viele bewegende, inspirierende Geschichten am Wegesrand. Mit eindrucksvollen Bildern und lebendigen Erzählungen verstand es Kaltenbach, diese Vielfalt von Natur und Kultur eindrucksvoll zu vermitteln.
Besonders berührend war dabei der persönliche Hintergrund des Referenten. Eine Querschnittlähmung infolge einer Krebserkrankung in der Kindheit prägt sein Leben bis heute. Doch statt Einschränkung wurde sie für ihn zur Quelle der Motivation: Das Leben aktiv zu entdecken, die Welt in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und die besondere Freiheit des einfachen, entschleunigten Reisens zu erfahren.
Das Publikum zeigte sich sichtlich bewegt und begeistert. Mit langanhaltendem Applaus dankten die Gäste einem Referenten, der eindrucksvoll vor Augen führte, was aus eigener Kraft – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – möglich ist.

